Hochwassergruppe
Die Hochwassergruppe Kiel gehört zu den Gruppen in Schleswig-Holstein, welche die praktischen und theoretischen Ausbildungen absolviert haben, um zukünftig im Einsatz tätig sein zu können. Der Gruppe gehören 3 Frauen und 15 Männer an. Sie alle sind ehrenamtlich bei der DRK - Wasserwacht Kiel tätig und haben bereits verschiedene Fachdienstausbildungen, wie Funk- oder Sanitätsausbildungen absolviert.
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Hochwassereinsatz

- Foto: T.Rathje

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Dienstag, 18.01.2011 gegen Mittag. Die erste Information wird per E-Mail an die Mitglieder der Wasserwacht Kiel verschickt.
„Am Wochenende könnte der Hochwasserrettungszug des DRK Landesverbandes Schleswig-Holstein zum Einsatz in Lauenburg kommen. Dem Präsidenten des Landesverbandes liegt eine Anfrage des KatZentrums aus Lauenburg vor. Eine Entscheidung über den Einsatz steht kurz bevor. Das Elbhochwasser steigt beständig an. Am Wochenende wird die kritische Marke von 9,20 m erreicht oder überschritten werden. Welche Wasserwachtler aus Kiel haben am Wochenende Zeit mit in den Einsatz zu fahren?“
Beim stellvertretenden Leiter der Wasserwacht Kiel, Rajko Wengel, laufen Laptop und Handy heiß. Ein Freiwilliger nach dem anderen meldet sich. Schnell sind genug Leute als Bootsbesatzungen für Samstag und Sonntag und für die darauf folgende Woche gefunden.
Der Einsatzbefehl ist da. Am Freitag soll der Hochwasserrettungszug nach Lauenburg verlegt werden. Per E-Mail werden die Einsatzlisten für das Wochenende umverteilt. Am Freitagnachmittag macht sich das Vorauskommando mit den Booten, voll beladenem Zugfahrzeug und einem LKW auf nach Lauenburg.
Dort angekommen werden der Anhänger mit den Booten, das Zugfahrzeug und der LKW mit dem zugehörigen Material auf dem Hof des Lauenburger KatS-Zentrums bereit gestellt, falls ein Einsatz wegen des stetig steigenden Wassers notwendig wird.
Die Helfer der Wasserwacht Kiel werden vom Rotkreuzbeauftragten Lars Frank und dem Kreisgeschäftsführer Herrn Turowski freundlich empfangen.
Es wird beschlossen 3 Wasserwacht-Helfer über Nacht vor Ort zu lassen, um zu gewährleisten, dass im Notfall die Boote mit einer ausgebildeten Besatzung für einen eventuellen Einsatz besetzen werden können.
Wer jetzt denkt, dass sich die 3 Helfer auf die „faule Haut“ legen würden, irrt total. Nein, sie arbeiteten zusammen mit der Betreuungsgruppe aus Lauenburg in der Küche. Dies wurde im Tageslagebericht von der Einsatzleitung in Lauenburg sehr lobend erwähnt. Die anderen Helfer fuhren am Abend wieder nach Kiel zurück.
Am Samstag brachen wir dann mit 14 Personen, Material und zwei Fahrzeugen nach Lauenburg auf.
Nach der Begrüßung, ging es zur Begutachtung der Lage in die Altstadt von Lauenburg. Wir machten uns zu Fuß auf und erreichten nach einem kleinen Marsch das Überschwemmungsgebiet. Alle waren sehr erstaunt, wie hoch das Elbwasser inzwischen angestiegen war. In sämtlichen kleinen Twieten stand das Wasser bis zu den Sandsackbarrieren. Auf der Elbpromenade und am Elbufer schauten nur noch die Spitzen einiger Schildermasten aus den braunen Fluten hervor. An der elbzugewandten Seite der alten Fachwerkhäuser schwappten den Wellen bis an die Fenster im Erdgeschoss der Häuser.
Auf den Straßen der Altstadt waren viele Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW, DLRG und DRK zu sehen. Überall lagen Schläuche und wurde Wasser aus Kellern und Gullys gepumpt. Und das Wasser stieg immer noch beständig. Am Samstagabend waren schon 8,87 m erreicht.
Am Abend blieben wieder 8 Helfer der Wasserwacht vor Ort, um im Notfall schnell die Hochwasserrettungsboote zum Einsatz zu bringen. Alle anderen fuhren zurück nach Kiel.
Auch am Sonntag sowie am Montag und Dienstag war die Kieler Wasserwacht mit 4 ehrenamtlichen Helfern und Hochwasserrettungsbooten in Lauenburg vor Ort um im Notfall schnell helfen zu können. Die Einsatzleitung bedankte sich herzlich für die professionelle Hilfe aus Kiel. Glücklicherweise hielten die Deiche und Sandsackwälle und die Hochwasserrettungsboote konnten unbenutzt wieder nach Kiel-Schwentinental zum Hilfszug zurück gebracht werden.
(bu)




